Freitag, 13. Juni 2008

Die Brücken am Fluss / Bridges of Madison County

Schon lange wollte ich mir den alten Schinken von Herrn Eastwood mal wieder vorknöpfen, nun endlich hab ich es mal geschafft. So wie ich den Film in Erinnerung hatte, so erscheint er mir heute auch noch.
Die Rahmengeschichte von Bruder und Schwester, die den Nachlass der Mutter durchgehen und dabei auf deren geheime Liebesgeschichte stoßen, ist immer noch erbärmlich -und grottenschlecht gespielt dazu. Man muss es natürlich aus amerikanischer Sicht versuchen: verklemmte, familien-verkniffene Mittelständler aus dem mittleren Westen. Dann kann man die Reaktion vielleicht noch nachvollziehen.

Naja, das soll nicht ablenken von der eigentlich Geschichte, die ja immer noch reizvoll und schön ist. Wenngleich ich Eastwood selber für fehlbesetzt halte. Er wird von Frau Streep so gnadenlos an die Wand gespielt, ...und besonders kichern musste ich, als sie ihn heimlich durchs Fenster beim Waschen beobachtet und Clint seinen entblößten Oberkörper präsentiert. Warum ihr da was Wasser im Munde zusammenläuft...eigentlich wäre ein klares "Naja", ...aber in Iowa kommt halt nicht Brad Pitt, sondern Clint vorbei. Und das reicht schon aus...

Berührend ist die Geschichte allemal, und man spürt die Verlorenheit in einem fremden Leben und die kurze Hoffnung, dem entfliehen zu können. Meryl ist phantastisch in der Rolle. Und sie hat recht, und unrecht zugleich... bleibt eingesperrt in dem Leben, welches nicht ihres ist, opfert alles der Familie, weil sie die Last nicht mitschleppen will und ist niemlas glücklich. Darüber kann man staunen. Sich fragen, was man selbst tuen würde...zur Liebe laufen oder klar kühl denken, die Schuld nicht auf sich nehmen...?

Ein sehenswerter Film, nach wie vor.

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