Freitag, 4. Januar 2008

OCEANs 13 - lahme Enten

Geschrieben am 1. 12. 2007

Nun, ich hab in den letzten Wochen schon ein paar Filme gesehen, aber keine Zeit zum Drüberschreiben gehabt. Heute aber mal wieder ein Kommentar zum leidlichen"Oceans 13" - den ich in Reihe geschalten nach den beiden Vorgängern gesehen habe...und von Spitze bin ich nun bei mau angekommen.

Es ist ein Aufguss geworden, der den Witz und die Spannung von Teil 1 nicht mehr erreicht. Schade um die lustigen Ideen.
Es nervt mich, Brad Pitt in jeder Szene mit einem Getränk oder einer Fressalie in den Händen zu sehen. Die Dialoge zwischen den obercoolen Chefganoven, Pitt und Clooney, von geneigten Liebhabern als "Hemingway-Stil" beschrieben, zünden gar nichts und sind selten witzig genug, um die Brillianz in Oceans 11 zu erreichen. Nix da geschliffen, sondern einfach nur...doof. Eigentlich. Sogar in englisch.

Am besten kommt Andy Garcia, der hat aber leider nicht genug zu spielen. Mit ihm hat Clooney auch seine coolsten Szenen: lässige Angebereien und herzliche Seitenhiebe auf Teil 1, und wie er ihn zu Ophrah W. schickt und dabei ein Kilo Waisenkinder an den Hals hängt ist zum Schreien. Da hab ich schon sehr gefeixt - und allein deswegen lohnt es sich schon, den Film zu sehen.

Al Pacino als boshafter Gierhals ist schrecklich. Spielt gar nichts, latscht nur langweilig durch den Film, und ist nicht Schwein genug oder hat keinen Biss - man hat ihn wirklich schon diabolischer gesehen. Im Auftrag des Teufels. Dort hängt der Hammer und das erwartet man nun.

Frau Barkin ist alt geworden, aber rattenscharf... versucht sich nur leider überdreht komisch gegen Pacino. Die Mischung stimmt mir hier nicht, weil sie zu sehr im Slapstick als fiese Assistentin daherkommt. Aber allein gesehen ist sie sehr gut, ihr schiefes GRINSEN reisst sie immer wieder raus.

Und ansonsten fehlt mir Frischluft im Film, alles abgegriffene Witze. Ich liebe Don Cheadle, er ist so ein wunderbarer Schauspieler und in den Ocean-Filmen ist er so witzig, aber es geht eben nichts mehr los, wenn er wieder den gleichen Witz abspielen muss und schräger Erklärungen für technische Probleme liefert. Das hatten wir nun leider schon alles, sogar in Wiederholung im 2. Teil und nun funktioniert es höchstens noch als kurzes Zitat...aber nicht mehr als Gag.
Auch das Bruder-Gezänk ist leider nicht mehr so vielseitig vertreten, ...das war so witzig in den anderen Teilen und wurde arg gekürzt. Zum Nachteil, wie ich finde. Die zwei haben eine Geschwindigkeit im Streit drauf, die herrlich ist.
Überhaupt kommt es mir ein wenig durch den Film gehetzt vor, keine Zeit mehr genommen für den ausgespielten Witz.

Dennoch, in Triologie kann man sich auch den 3. Teil geben, weil trotz aller Abstriche immer noch ein heiterer Film rausgekommen ist, der intelligenter als der meiste andere Quatsch aus Hollywood ist.



Information

Darsteller: George Clooney, Brad Pitt, Matt Damon
Regisseur(e): Steven Soderbergh
Format: Dolby, PAL, Surround Sound
Sprache: Deutsch, Englisch, Spanisch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9
Studio: Warner Home Video - DVD
DVD-Erscheinungstermin: 12. Oktober 2007
Spieldauer: 117 Minuten

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